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1912. F. POCHE, Archiv,f.Naturgeschichte, Berlin, 77th Jahrgang, vol. 1, p. 1%.

Heft 17,-- Enthielt keine tab. 116A, wohl aber tab. CAVI, Ze 9 Heft 20.-- Entheilt keine tab. 42A, wohl aber je eine neue tab. VIII, SV Te aus Heft 24.-- Enthielt keine tab. 93B, aber sehr wahrscheinlicherweise tab. XCIIL. Heft 26.-- Er.: 1778, a er Nachtrag zum 26. Hefte.-- Er.: 1778, Enthielt p.457-590, aber nicht tab. IX

1891. Sherborn, C. Davies: Proc. Zool. Soc. London, pp. 588-589. Nov. 17, 1891,

SCHREBER, Johann Christian Daniel. Die Säugthiere in Abbildungen nach der Natur mit Beschreibungen. Erlangen (Walther). | Theil 11 nk title 9 BP. 281-590, pls. 81-1652. ceo........0.8 0a 2eaes9ssss........:<.“..e.e.....0.s .1778 = Heft 16, pp» 281-289, pls 94, OB TA an ee ne Sn Heft 2I% PPe 290-312, pls. 83B, LIIS-IIGA, B-118, 120, Do en ee LT Heft 18, pp. 313-328, pls. 122-1264, B, 129-13000e00000000n0ncncennenennnnnennel770 | Heft 2, PPe 329-344, pls. 119, 127, 128; 131-1505 00 1 En ee ern 7 Heft #0; DPPe 345-352, pls. SB, 42A, 91B, 1372, D4 a ee ee ae EL v4 Heft 21, DPe 353-376, pls. 92B, TII-145 san ea ee A | (N.B.-50 pls. of Th. III were published before 13 July 1776 C. . A. 1776, Zug. p. ecxxiv.) (From internal evidence of Erxleben's Syst, Reg, Anim, 1777.) (The last page of Schreber quoted by Erxleben in his Syst. Reg. Anim. | 1777, is 376: now Erxleben dated his preface "Goettingae mense Novembri 1776:" therefore it is reasonable to suppose that pp.281-376 of Sehreber'; work were published before Nov. 1776; the reference to Errleben's work by: Schreber occurs on p. 455(i.e.in 1777).) Fi Heft 22; DDe 377-392, pls. 146A, ER en Heft 234 pp.393-408, pls. 153-156, 158-161. oun en an sen nee une | Heft 24, DpPe 409-424, pls. 19A, 93B, 107Aa, 386, 163-165 ,.200000ru0n 0 nenn ea Fu Heft 25, pp. 425-440, pls. 104B, 109B, 110B, 115B, 125B, 127B, 157,45 Heft 26, pp. 441-456, pls. VOTE re ee a Se Nachtrag zum 26 Heft, tab. 60, Bog. Nnn-Eeee (pp. 457-584) | N.B.-Pls. 153-165 were issued in 1777 ( 6.8.A.,1777, Zug. D. 496). GogcAs, 27 June, 1978, 2. 823. Tun Sir ini 5 (Note.- Parts 1.-111. were bought by the Berlin Ges. Nat. Freunde . A (Besch, iii, 1777, p. 530) for their library, and referred to as 1775-1777).

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588-589 London, P- *

Nov. 17 1891.

Sherborn, C. Davies;Froc. Zool. Soc.

BER, Johann Christian Daniel. Die Säugthiere in Abbildungen nach der "Natur mit Beschreibungen. Erlangen (Walther). A.

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: 1 title, pp. 281-590 281 20,_ ls. 81-165. .o. a .o .e oo oo . 1778 Fr 16, PP- 281-289, pls» 94, 108- al Bar we wa Be 1776 © 17. pp. 290-312, pls. 83 3, 115-1164, B-118, 120, JJ

18, pp. 313-328, pis. 122-126 A, B, 129, I 1776

"Heft 19, pp. 329-344, pls. 119, 127, VaB, 1SIEIBE, 2 nee ET „Heft 20, pP» 345352, pls. 5 B, Ark, 91B, 137A, B, 138. Bere. 7 ® 1776 h 1776

BL. up. BOHar6, pls. 923, 150-105.» oo oo 0er [n.B.-50 pls. of Th. III were published before 13 July 1776

(0.8. 1776, *8 p. cexxiv)] [From internal evidence of Erxleben's Syst. Reg. Anim. 1777.]

[The last page of Schreber suoted by Erxleben in his Syst. Reg. Anim. F 1777, is 376: now Brxleben dated his preface "Goettingae mense

—* * Novembri, 17765" therefore it is reasonable to suppose that pP» " 281-376 of Schreber's work were published before Nov. 1776; the

reference to Erxleben's work by Schreber oocurs on PD» 455

Ei (i.e. in 1777). ] | Heft 22, pp» 377-392 , pls. 1464, B=-152. a, a fe “0: ee ne Bar ee oo. 1777 E Heft 23, pp- 293-408, pls. 153-156, Et a 1777 Heft RA, pp. 409-424, pls. 194, 935, 107 Aa, 136, 162-165. oe. 000 © 1777 7 Heft 25, PP- 425-440, pls. 1048, 1098, 110B, 115B, 125B, 127B, 157,45 » 1777 I Heft 26, pP» 441-456, pls. 166-175. 0 00000 en 0 to ER 2 Nachtrag zum 26 Heft, tab. 60. Bog. Nnn-Beee (pp.457-584) N.B.-Pls. 153-165 were issued in 1777 (6. 8. M., 1777, zug. 496). G.,g.A., 27 June 1778, p. 625°. [Note.- Parts I.-III. were bought by the Berlin Ges. Nat. Freunde (Besch. iii, 1777, p. 530) for their library, and referred to as

1775-1777. H ER e Berlin, 77th Jahrgang, voL.l, —— Dex III. THEIL. Ar 5 ar 2 ( | " 7) | ee en Re PR Be, an. eine tab. 424, wohl aber je eine neue tab. VIII, AXVI us I a e— wahrscheinlicherweise tab. ACIIL,

Nachtra ES 4 Wechtrag zum 26. Häfte. - Er.: 1778, Enthielt p. 457--590, aha Siehe

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Abbildungen nad) der Natur ‚mit Befchreibungen.

Dritter Theil. Der Robbe. Der Hund, ' Die Haze. Das Stinfthier. Der Otter” Der Marder. | Der Bär. Das Beutelthier. Der Lan Die Spizmaus, Der Igel

bıtansen verlegte Wolfgang Walther 1778.

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dritte Abtheilung.

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Der Säugthiere * dritte Abtheilung.

en ee Vorderzaͤhne zähfet man in der obern gi anlade rentheils ſechs, ſeltener gehen, oder nur zween; in der untern

gemeiniglich auch nicht mehr als ſechs, doch ben einigen Geſchlech—

‚gern viere, achte und zehen, Sie find in Vergleichung ber übrigen. Zähne Elein, faft immer von alien, Sröfe, oben ſpizig, zackig oder ſcharf. |

Auf jeder Seite derfelben feet ein einzefner Knie nd har \

Fer koniſcher etwas gefrümmter Seitenzahn. Einige Ga ſchlechter haben hinter diefem, oder ſtatt deſſen etliche Kleine von aͤhn⸗

licher Geſtalt, die man denn auch fuͤr Seitenzaͤhne anzunehmen pfleget. Zwiſchen den vordern und Seitenzaͤhnen iſt mehrentheils in der obern,

ſo wie zwiſchen dieſen und den Backemaͤhnen in der untern Kinnlade

eine Luͤcke, in welche die Seitenzähne der andern Kinnlade paflen,.

wenn das Gebiß a iſt. 0 o 2

084 Den Eon

Die Bal enzähne, drey und mehrere an ‚der Bas, find.

ſchmal, lang und gehen oben in eine oder mehrere Spizen, und manche in eine doppelte: Reihe Spizen aus, Verſchiedene zu diefer Abtheilung gehoͤrige Thiere haben an den hinterſten Backen⸗ zaͤhnen eine oben breite Krone, die an manchen ſtumpf und. ea Diefe Spizen iſt.

Die Fuͤſſe ſind in vier oder fuͤnf Zehen Letheilt, und mit zuſammengedruͤckten, mehr oder weniger ſpizigen le oder Krallen bewafnet.

Die Thiere diefer Abtheilung ſind a, wenige aus⸗ genommen, behend im Lauf; einige Fleftern geſchwind und ge ſchickt, wobey einigen, nehmlich den Beutelthieren, der Wickel⸗ ſchwanz nüzlich ift. "Wieder andere graben ſich in die Erde. Noch andere leben auch im Waſſer. ah

Shre Nahrung beftehet in frifchem Fleiſche von Saͤug⸗ thieren, Voͤgeln, Fiſchen, Amphibien und Gewuͤrmen, deren ſich dieſe Raubthiere, die zum Theil reiſſende Thiere ſind, theils mit allerley Lift, theils mit Gewalt zu bemaͤchtigen wiſſen; oder den Aeſern derſelben. Einige nähren fich auch von Gewächfen, welche von manchen der Fleiſchnahrung fo gar vorgezogen werden,

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Zwolftes Gefchlecht. | Der Robbe,

PHOCA. | vınn. /Yf. nat. gen. ır. p. 55. BRISE, quadr. gen. 33. £. (230.) 162 | SEAL. PENN. quadr. gen. ar. p. 330 *)

orderzaͤhne ſind in der obern Kinnlade ſechs, von ungleicher Groͤſſez die aͤuſſern ſtufenweiſe laͤnger und brei⸗

ter, als die innern. In der untern viere, wovon die beyden

aͤuſſern die mittlern an Groͤſſe um etwas übertreffen, zwiſchen welchen ſich eine kleine Luͤcke befindet. Die in der obern Kinn lade ſtehen faſt parallel, nur daß ſich Die mittlern mit den Spizen gegen einander neigen; die untern hingegen entfernen ſich oben von eim

ander. Alle find ſpizig. Die Seitenzaͤhne, einer an jeder Seite der ——

ſind ohngefaͤhr noch einmal ſo lang als dieſe, merklich ge— kruͤmmt, ſtark, ſpizig; die untern gehen ſchief auswaͤrts. Zwi⸗

ſchen den obern und den Vorderzaͤhnen, auch den untern und un Backenzaͤhnen, iſt die gewoͤhnliche Luͤcke. De 3.

235

*) Dun. Griechiſch Robbe. Sees hund, Sällhund, Meerkalb. Teutſch.

-Siäl Schwediſch. Sl. Kaabe. Daͤniſch.

Sel. Islaͤndiſch. Sea-calf. Seal. Englifch,

Moelrhon, Britanniſch. (Pennant.) Pho-

que. Veau marin, Loup marin. Chien

marin. Renard marin, Franzoͤſiſch. Vechio marino. Italiaͤniſch. Lobo marino. Epas niſch. Tulen. Ruſſiſch. (Steller.) Nerpen.

In Sibirien. Pua. Grönländifh. (Cranz.)

286 Zwoͤlftes Geſclecht. Der Robbe.

Die Backenzaͤhne, auf jeder Seite gewoͤhnlich fuͤnfe, ſind ſchmal, und in drey Zacken getheilt, wovon die mittlere die laͤngſte iſt. Der vordere auf jeder Seite iſt kleiner als die uͤbrigen. | | DE

Murch diefen Bau der Zähne unterfcheiden fich die Robben am deut - fichften von den Das vorhergehende Geſchlecht ausmachenden Wall⸗ roſſen, welchen fie, wie ich oben gemeldet habe, ), fowohl darinn, Daß fie fi) viel in dem Waſſer aufhalten, als in’ der diefer Lebensart ange⸗ meffenen Einrichtung und Bildung des Leibes, hoͤchſt aͤhnlich find.

Der Kopf iſt einem Hundskopfe ziemlich gleich; Die Ohren aus genommen, wovon entweder gar Feine, oder ‚nur eine geringe Spur ans zutreffen it. Den Gebörgang koͤnnen die Robben mit einer dreyeckigen Klappe verſchlieſſen, auch die Naſenloͤcher zuſammenziehen, welches ge⸗ ſchiehet, wenn ſie fir) unter Waſſer befinden. Die Augen find groß, ‚fentig, mit Yugendraunen, und Die tippen mit ſtarken Barthaaren vers fehen. Der $eib gehet vorwärts und hinten fpizig zu, und iſt in tier Mitte breit,. damit ſie defto, Teichter Durch Das Waſſer fahren koͤnnen. Sie haben eine feſte, zähe haarige Haut; die Haare find flarf, und liegen fo glatt auf der Haut, als wenn fie mit Del beſtrichen wären. Ihre vier Deine. ſtecken ganz unter der. Haut verborgen. Die beyden Vorderfuͤſſe find Fury, unterwärts gefehrt und zum Niudern eingerichtets die beyden binfern, welche laͤnger ſind, ſtehen an beyden Seiten eines ſehr kurzen Schwanzes gerade hinaus, und dienen dem Thiere zum Steuren. Jeder Fuß hat fuͤnf mit langen ſpizigen Klauen verſehene Zehen, welche eine dünn⸗ Schwimmhaut unter einander verbindet. Dieſe breiten die Robben beym Schwimmen wie einen Faͤcher aus. Mit den Klauen helfen ſie ſich, wenn ſie auf das Eis oder die Rippen Flettern. Ihr Gang anf Dem Lande iſt lahm. Weil fie ſich nicht auf Die Hin⸗ terfuͤſſe ſtuͤgzen koͤnnen: ſo ſchleppen ſie ſich nur auf dem Bauche fort. Jedoch koͤnnen ſie mit den Vorderfuͤſſen ziemlich geſchwind fortkriechen, und mit den Hinterfuͤſſen ſo groſſe Spruͤnge zen daß man fie nicht feicht einholen kann ).

#) ©. 259. Eh Su er Gran Hifkorte von, Beäuland I. Th.

Zwoͤlſtes Geſchlecht. Der Robbe. |

Ohnerachtet die Robben mehr fuͤr das Waſſer als fuͤr das Land gemacht zu ſeyn ſcheinen: fo iſt ihnen Doch nicht möglich," laͤnger als eine Viertelſtunde unter Waſſer auszuhalten, ohne daß ſie mit der Naſe " heraufkommen und Othem ſchoͤpfen. Bon dem Lande entfernen fie ſich

nicht Teiche weit °), fondern ſchwaͤrmen blos um die Kuͤſten herum,

Die Urfache, ift theils, weil fie Dafelöft ihre Nahrung, die in Fifchen 2 und in Deren Ermangelung,. in Seegewächfen °) beſtehet, häufiger finden. Daher halten fie ſich am haͤufigſten um Die fiſchreichſten Buchten und Mündungen der Fluͤſſe auf, theils , weil fie oft auf Die Klippen am Sande oder auf das Eis gehen, um fi) an der Sonne zu wärmen, und zu ſchlafen. Die Fleinern Gattungen gehen nicht felten weit in die Fluͤſſe aufwärts. Ihr Schlaf ift feſt, und fie pflegen dabey ſtark zu ſchnar⸗

ben. In der Nacht, und bey ſtuͤrmiſchem Werter find fie lieber im Waſſer, worfie von der Brandüng nicht fo Teiche befchädigt werden Ein.

nen. Wenn fie fi) ins Waſſer I wollen: ſo tauschen fie mit Den |

Kopfe zuerſt hinein /).

Sie find neugierig, und gehen gern nah Dingen, welche ihre Sinne reizen; infonberheit nach ‚Dem Feuer oder Fichte. Man hat in Island einmal einen weit vom Strande Sandeinwärts nad) dem Scheine einer Schmiede Friechen gefehen. . Sp bat man auch bemerft, daß fie ‚den Schiffen entgegen gehen. Dabey find fie muthig und unerfchrorfen. Wenn fie auf dem Sande oder Eife Menfchen nad) fich zu Fommen fehen: ſo gefhicht es nicht felten, daß ſie ſich aufrichten, und. mit einem fangen Halfe umfehen. So fezen fierfich auch zur Wehre, wenn man fie ver folgt. Auf der Suche pflegen fie ihren DBerfolgern einen gelben ftinfen. den Unflat entgegen zu fprüsen. Sie laſſen fich aber nichts deſtoweniger ſo zahm machen, daß ſie hoͤren und kommen, ſobald man ſie einem gewiſſen Namen ruft 3), |

S. 16r. Martens Beſchr von Rd) Erin. Stellers Beſchreib. von gen ©. 75. DAMPIER voy. Tom, 1, Kamtſchatka ©. 108, p. 0. etc. e) Dlaffen,

e) Nicht weiter als hoͤchſtens dreyſſig F) Marteng 36, Meilen, Steller el von Kamt SD Martens ©. 76. 77. Olafſens ae ©, 108. | | Reiſe durch Island J. Th. 284. Die

288 3woͤlftes Geſchlecht. Der Kobbe, Dee Sant dieſer Thiere wird mit dem Bellen eines heiſern Hun⸗

des, und der Jungen, mit dem Geſchrey der Kazen verglichen ). Sie geben einen ſehr haͤßlichen geilen Geruch von fi, weſchen

man weit riechen Fan!) u

Jedes Männchen hat feine gewiſſen Weibchen, und zwar allegeie zweye oder mehrere an der Zahl, welche es. commandiret und beſchuͤzet. Um derfelben willen entftehen öfters fürchterliche Kämpfe unter den Männchen, die mit entſezlichem Gebrülle geführt werden. Sie be gatten fih auf Dem Sande; wobey das Weibchen auf dem Ruͤcken liegt. Es wirft auf einmal, ein, ſeltener zwey Zunge 9. Dis ge⸗ fhicht auf dem Eife, Sande, oder einer Klippe. Es nähret fie mit feinen zwey am Bauche befindlichen Eutern nur wenige Tage oder Wo⸗ hen, führe fie in die ©ee, fpiele mit ihnen, und nimmt fie, nad) Ber ſchaffenheit der Umftände, auf dem Ruͤcken. J—

‚Das Fleiſch der Robben iſt zart, ſaftig und fett, von rother oder ſchwaͤrzlicher Farbe, dem Schweinewildpret an Geſchmacke nicht unaͤhn⸗ lich. Inſonderheit werden die Jungen faſt aller Arten fuͤr einen Lecker⸗ biſſen ausgegeben. Der Speck iſt zween Finger bis einer Hand breit dicke. Jenes iſt das vornehmſte Nahrungsmittel vieler Nationen, welche die nordlichſten Gegenden der alten und neuen Welt bewohnen; dieſes ein nicht unbetraͤchtlicher Handelsartikel. Ein ſolcher find auch die Felle. Man ſchlaͤgt dieſe Thiere, wirft fie mit Harpunen, oder Fänge fie fi Gruben, Fallen und Nezen. Sie haben ein ſo hartes Leben, daß manche noch um ſich beiſſen, nachdem man ihnen bereits den Kopf eingefchlagen, wenn man ihnen Die Haut abziehet und Den Speck abpflenzt; mwosey fie eine unglaubliche Menge Flebriges Blut verlieren. Wenn fie gefam gen worden, vergieffen fie häufige Thränen. °

Faft in allen Meeren, (wovon jedoch Dampier °) das an Oſtin⸗ dien und einige Gegenden von America angrenzende ausnimmt) hat | i j 2*4 man Alten haben einen heiſern Ruf, Cranz a. a. O. 9 Tautet, als ob jemand vomiren wollte, Die * zn cy 3 Ks Serbär, . aber rufen od), och, als cin Menſch ARE a Sale * ur unter den Schlägen. Stelleg Befrib. © Stellen. von Kamtſchatka S. 1o8ß. 7) Poy. L p. 8.

1. Der Seebär, Phoca ursina. 289

man Kobben angetroffen. Gelbft das cafpifche, und der See Baikal in Sibirien, obgleich beyde durch das fefte Land ganz vom Ocean abgefon: dert find, Fünnen dergleichen aufweiſen. Ihre Größe und Farbe, auch zum Theil: ihre Lebensart ift fo mannigfaltig, Daß man wohl ſchwerlich

alle, die fi weniger von einander unterfheiden, als der Seebär, Ger

löwe und die Klapmüze, unter fih und von den übrigen, für bloße - Spielarten Einer Gattung halten kann. Es fehlet inbeffen noch fehr an guten Zeichnungen, vollſtaͤndigen Befhreibungen und umftändlihen Ber obachtungen verfelben: und man fiehet fih Faum im Stande, Die davon | vorhandenen Nachrichten mit Zuverläßigkeit zu vergleichen, vielweniger anz zugeben, welche von ihnen wahre Gattungen feyen, Sch halte mic daher für entfhuldigt, wenn ich bey Anführung nachftehender Robben unausger mache laſſen muß, ob fie insgeſammt weſentlich von einander unterſchie⸗ den ſeyen?

1. Der Seebaͤr. | Tab. LXXXI. |

Phoca ursina; Phoca capite auriculato, LINN. syst. nat. p. 55,

Vrsus marinus. STELLER n0®. act, Acad. Petrop. wol. II.

.p. 331, tab. 15, Hamb, Magaz XI. B. ©, 264, zrıss.

guadr, p. 166. |

Ursine seal. pen. syn. n. 271, p. 344,

Kot, Ruſſiſch. Tarlatschega, bey den Korjäfen am penſchiniſchen Meer: bufen. Wiporotki werden Die aus der Mutter ausgeſchnittenen Jungen ruſſiſch genennet.

Der Kopf gleicht dem Kopfe des Bären, iſt aber dicker und run der. Die Stirne erhaben. Das Maul langlich, mit aufgefhwollenen Lippen, deren innerer Rand audgezact ift, wie man ihn an den Hunden wahrnimmt, Die Zunge lang, ſchmal, vorn zweyſpaltig. Die Bart haare find weiß, lang, fpröde und mehrentheild dreyeckig. Die Tängften ſechs Zoll lang, Die Nafenlöcher eyförmig. Die Spike der Nafe ift mit einge. ſchwarzen kahlen runzlichen Haut überzogen Die Augen

Pu... an

290 Zwölftes Gefchlecht. Der Robbe,

ſtehen ſtark hervor. Der Stern iſt ſchwarz. Die Pupille glaͤnzt wie Smaragd, Unter den Augenliedern befindet ſich eine Blinzhaut, Die Oh⸗ ven find überaus Klein, koniſch, ſpitzig, aufgerichtet, auswendig haarig. Ihre Hölung, oder ven Außern Gehörgang, kann das Thier nad) Belie— ben öffnen und verſchließen.

Der Hals iſt dick. Der Leib faͤllt hinten, von den Lenden an bis am den Hintern, merklich dünner. Der Schwanz iſt ganz kurz und hängt zwiſchen den Hinterbeinen hinunter. | | nt

Die Vorderfüſſe haben einen länglihen Umriß und eine Fable ſchwarze Haut, in welcher ſich auf der untern Flaͤche Furchen und Run⸗ zeln befinden. Die erſte Zehe daran iſt die laͤngſte; die folgenden ſtufenweiſe kürzer, und die binterſte bie kürzeſte. Die Nägel dieſer Füſſe find ſehr klein a). Die Hinterfüffe viel länger als jene, bis an die, Zehen haarig, diefe aber ebenfalls kahl; die vier erſten von gleicher Länge, die lezte etwas kürzer. Die drey mittlern haben längliche Nä— gel 8): am den beyden äufferften find dieſe ebenfalls fehr klein.

Dad Haar ſtehet aufrecht, fleif und dicht. Es ift viermal länger als der Seehunde ihres; an den Männden von fhwarzer Farbe, und an den Spitzen grau, wenn fie alt werden, da ſich zugleich die Haare um den Hald herum verlängern Zwiſchen vem Haar ftehet eine ſehr weiche kaſtanienbraune, ind vöthlihe fallende Wolle, Die Hanre der Weibchen fehen aſchgrau, doch ſtehen an vielen einige röthliche mit un: ter. Die Jungen haben ein fehr weiches Haar, das dicht an ber Haut anliegt, und eine pechſchwarze glänzende Farbe hat, Noch fehöner iſt fol- ches an den noch ungebornen Thieren, welche der Mutter aus dem Leibe gefchnitten werden.

Die Länge des ausgeſtreckten Männchend beträgt neun enalifche Fuß. Das Weibchen ift viel Kleiner, |

Don den Borderzähnen der obern Kinnlade find die beiden Auffer: fien foißig; Die vier übrigen gefpalten Die untern Geitenzähne laän—⸗ ger, als Die obern, Die Barfenzähne fpikig; oben zählet man deren auf jeder Seite fehfe, unten fünfe.

a) Kur 2 Linien lang. 5) Der an ber mittelften ift 170 Zoll lang.

1, Der Seebaͤr. Phocaursina. 291

Der Geebär hat feinen Aufenthalt, fo viel man weiß, einzig in dem nördlihen Theile des flillen Meeres, Er iſt ein Zugthier. Sm Srühjahre begiebt er fih bey Kamtſchatka vorbey nordwärts über ven ſechs und fünfzigften rad der Breite hinauf; im Herbfte hingegen ger het er wieder nah Süden unter den funfzigften Grad ver Breite hinab, In diefen beyden Jahreszeiten werben diefe Thiere an der öftlichen Küffe

von Kamtſchatka, hauptfählih zwifchen den Borgebirgen Kronozkoi und

Schupinskoi, wo das Meer viele Buchten macht und ruhig ift, und den von da ögſtlich gelegenen Inſeln angetroffen Im Junius aber und den folgenden Monaten bis zu Ende des Auguſts fiehet man zwifhen dem. 50ten und 56ten Grade. nirgend eind, Die im Fruh— linge nordwärts ziehen, find alle fett, und die Weibchen trächtig: wenn fie im Herbfte mit ihren Zungen zurüd kommen, find fie inögemein mager und abgezehrt, Ihr Aufenthalt im Winter ift noch nicht befannt; doch ſcheint er nicht weit unter Dem 50ten Grade, vielleicht nicht unter; halb Japon zu feyn, weil fie fett daher zurück kommen.

Sie ſchwimmen fo ſchnell, Daß fie in einer Stunde faft zwo teut⸗ ſche Meilen zurück legen können. Im Schwimmen kehren ſie den Ru— cken in die Höhe. Die vordern Füſſe kommen im Waſſer niemals, die hintern aber nur bisweilen zum Vorſcheine. Sie können lange unter dem Waſſer aushalten; nach einiger Zeit aber kommen ſie dennoch in die Höhe, um Luft zu ſchöpfen. Wenn ſie ſich nahe am Ufer mit Schwimmen beluſtigen: ſo ſchwimmen ſie bald auf dem Bauche, bald auf dem Rücken, gehen nicht tief unter das Waſſer, und ſtecken die Hinterbeine oft zum Waſſer heraus, Ins Waſſer geben fie auf die Art, wie ich oben ©) geſagt habe; fie fehlagen dabey mit dem Leibe ein S 112 Fe |

Wenn fie an einer Klippe hinanfriehen: fo halten fie fi mit den Vorderfüffen an diefelbe an, und ſchleppen ven übrigen Theil des Leibes, mit gekrümmtem Rücken, hinter ſich her, da ſie ſich denn mit den Hinterfüſſen hauptſächlich helfen. Sobald fie aus dem Meere kommen, ſo ſchütteln ſich ſich, legen ſich mit den Hinterbeinen die Haare zu recht,

Pp2

22 3woͤlftes Geſchlecht. Der Nobbe,

und ſtrecken ſich an der Sonne aus; wobey ſie die Hinterfüſſe in die Höhe heben und eben die damit machen, als die Hunde, wenn ſie mit dem Schwanze wedeln. Sie pflegen nicht nur auf dem Bauche, ſondern bisweilen auch auf dem Rücken; auf der Seite ausge⸗ ſtreckt, mit an fi) gezogenen Vorderbeinen; oder in die Runde gekrümmt zu liegen, Auch find fie gewohnt, fi öfters mit den Hinterfüffen den Kopf und die Ohren zu Fraben,

Wenn fie auf dem Lande gehen, fo ftüßen fie ſich auf ven Hintern, fireden die beyden Hinterfüfl e zu beyden Geiten hinaus, ſchreiten mit den vordern fort, und fchleppen den Leib nebft ven Hinterfüffen nah, Mit diefen machen fie auf der Flucht in dem Sande Furchen und Gänge, wie mit einer Pflugſchaar; und damit fih der Sand nicht unter dem Leibe häufen und ihnen an der Flucht hinderlihh werden könne, fo nehmen fie folhe nicht in gerader, fondern in einer Schlangenlinie, Dem ohngeachtet laufen fie, befonders die Weibchen, ziemlih ſchnell; und es iſt nicht rathfam, fi auf einer Ebene in Händel mit ihnen einzulaffen, wo man nicht Anhöhen zur Netirade in der Nähe hat, auf die fie nicht Teicht folgen, Doch fest man fih da der Gefahr einer langwierigen Belagerung von ihnen aus,

Ihr Schlaf fheint feſt zu ſeyn. Sie wachen aber bey dem geringffen Seräufhe auf, als z. E. demjenigen, das ein Menſch macht, der fehr leife gehe. Den Junius, Julius und Auguft Bringen fie auf dem Sande in einem faft beftändigen Schlafe zu, ohne den Ort zu verändern, oder ihre Nahrung zu fih zu nehmen. Wenn felbiger bisweilen unter: brochen wird: fo pflegen fie einander anzufehen, zu brüllen, zu gähnen und fih zu ſtrecken. Während viefem Schlafe werden fie ganz mager, Die Sungen, welde noch nicht fo fett find, hören in diefen Monaten nicht auf, munter zu feyn, hin und her zu laufen und bald ins alt bald wieder and Land zu gehen,

Jedes Männdhen ift mit vielen Weibchen denantet, deren Anzahl fi oft bis auf fünfzig beläuft, Sie paaren fi zuerft, wenn fie über ein Jahr alt finds, Die Begattung geſchieht allemal gegen Abend dicht am Nande des Meered, Die Weibchen gehen ohngefähr neun Monate

1, Der Seebaͤr. Phoca ursina. 293

lang trächtig und gebähren im Junius auf dem feſten Lande ein Jun⸗ ges, ſeltener zwey. Dieſes kömmt mit offenen Augen zur Welt und Bringt zwey und dreyſſig Zähne mit; nach vier Tagen brechen die vier Geitenzähne durch. Es wird von ber Mutter jehr geliebt und zwey Monate lang gefäugt, Die Zungen find groffentheils Iebhaft und fanz gen bald an, mit einander zu fpielen und zu Fämpfen Wenn eines dns andere zu Boden geworfen hat: fo läuft der Vater brummend herz zu, liebfofet dem Ueberwinder , fucht ihn mit dem Maule zu Boden zu werfen, und macht ihn hernach deſto mehr Liebfofungen, je mehr er fi) widerfeßt hat. Die trägen müffigen Sungen hat er nicht fo lieb; diefe halten fih mehr bey der Mutter, fo wie jene um den Vater auf. Alle Zungen bleiben bey ihren Alten, bis fie über ein Jahr alt find, Eine einzige Familie kann ſich alfo bis auf hundert und zwanzig erftreden,

Das Männden liebt feine Weibchen und Jungen ungemein, be handelt aber jene oft mit der Gtrenge eines orientaliſchen Regenten. Es ftreitet für feine Jungen, wenn man ihm folche entführen will, Verſäumt aber eine Mutter, ihr Junges in dem Maule wegzutragen, und läßt fih folhes nehmen: fo wendet fih der Zorn des Männchens gegen fi. Es faßt ſie mit den Zähnen und. ftößt fie einige mal an eine Klippe. So— bald als fie fih ein wenig erholt hat, Fehret fie in der demüthigften Stel lung zu ihrem Gebieter zurück, kriecht ihm zu Füſſen, liebkoſet ihm und vergießt häufige Thränen. Er gehet dabey hin und her, Enirfcht, verkehrt die Augen, und wirft den Kopf von einer Geite zur andern, Siehet er aber, daß er fein Junges nicht wieder erhält: fo fängt er an, wie daß Weibhen, ſo heftig zu weinen, Daß die Thränen tropfenweife herunter: laufen und die ganze Bruft beneßen, Eben ſo weinet dad Thier, nachdem ed flarf verwundet worden, oder großes Unrecht erlitten hat, wenn es ſich nicht rächen kann.

Die Männer find fehr flreitbar, Der blutigſte Streit pflegt unter ihnen wegen der Weiber zu entſtehen, falls einer dieſe dem andern rau— ben, oder die erwachſenen Töchter aus der Familie des Vaters entführen will, Bey diefem Streite fehen die Weibchen zu und folgen hernad) dem Sieger, Jeder vertheidige auch fein Lager gegen Denjenigen, welcher es einzunehmen ſich erfühnet,

294 Zoͤlftes Geſchlecht. Der Robbe.

Wenn ihrer zwey in einen Zweykampf gerathen ſind, ſo kaͤmpfen ſie oft eine Stunde lang; dann laſſen ſie ein wenig nach, liegen bey einander, ſchnauben und ſchöpfen friſche Luft, worauf der Streit vom neuen angehet. Jeder ſucht den Platz, den er ſich gewählt hat, zu ‚be haupten. Derjenige, welcher feine Ueberlegenheit merkt, faßt den andern mit dem Nahen und wirft ihn zu Boden, Gobald diefed Die übrigen fehen, die bis dahin blos zugefehen hatten: fo laufen fie zu, dem über mundnen zu helfen und ven Streit zu entfheiden, der aber Dadurch nur allgemein wird, TE 2

Sie machen einander mit den Zähnen fo lange und tiefe Wunden, als wenn fie mit dem Säbel gehauen wären. Sobald einer verwundet ift, gehet er ind Waſſer und wäſcht fih. Gegen das Ende des Zuliug fiehet man feinen Geebären, ver niht Wunden oder Narben derfelben aufzu⸗ weiſen hätte,

Eben ſo gehet es auch, wenn zwey mit Einem zu thun haben. Ei— nige kommen dem ſchwächern Theile zu Hülfe; der Gegenpartey wieder andere, und ſo weiter; und endlich wird die ganze Heerde, ſo weit ſie ſich am Lande befindet, in den Streit verwickelt. Diejenigen, welche im Meere find, fleden die Köpfe heraus und ſehen demfelben eine 9 lang zu; endlich werden ſie auch wüthend, gehen ans Land und nehmen an dem Kampfe Antheil. Steller hat bisweilen eine ganze Heerde gegen einander in Harniſch gebracht. Er warf einem Seebäre die Augen aus; machte ſodann vier bis fünf der andern mit Steinen böfe, die er auf fie warf, in welche fie, wie die Hunde, zu beiffen pflegen Wenn fie nun auf ihn Iosgiengen, floh er zu dem geblendeten. Diefer, welcher jene ' für feine Seinde anfah, griff fie an, und ward dagegen von allen ala ein gemeinfhaftliher Feind angefallen, zu Lande und im Waffer verfolgt und fo Tange zerfleifht, bid er Feine Kraft mehr hatte, Widerftand zu thun, und unter beftändigem Seufzen den Geiſt aufgab; worauf er ven hungrigen Blaufüchſen zur Beute wurde, die oft ſchon anfingen, ſich von ſeinem

Fleiſche zu ſättigen, indem er noch lag und ſchnaubte.

Im Alter wird der Seebär von ſeinen Weibern verlaſſen und bringt ſeine übrige Lebenszeit ohne ſie, meiſtentheils mit Faſten und Schlafen

1. Der Seebaͤr. Phoca ursina. 295

zu, pflegt aber Dennoch fehr fett zu feyn.. Dergleihen alte Thiere find immer bie erften im Zuge, und man kann fie vom weiten fpüren, denn fie flinfen unerträglih, Eben diefe find grimmiger und unbänpdiger, als alle übrige, Sie feen ſich nicht nur gleich zur Wehre, wenn man fie anz greift, fondern fallen felbft Menfhen an, und, fterben lieber, ald dag fie einen Fuß breit von dei Stelle wichen, Dieß würde ihnen au, wie Gteller fagt, fehr übel befommen; denn Die übrigen wenden ſich gegen den Flüchtling und zerfleiſchen ihn. Die jüngern Seebäre ſcheinen we—⸗ niger beherzt zu ſeyn; beſonders ſind die Weibchen furchtſam. Steller verſichert, geſehen zu haben, daß ganze Heerden die Flucht nahmen, wenn man anfing, mit dem Munde zu pfeifen. Die Weibchen flie⸗ ben am erfien Auch kann man Heerden von vielen Zaufenden Dies fer Thiere in Die See jagen, wenn man zu einer Zeit, da fie recht fiher find, unverſehens und mit ſtarkem Geſchrey auf fie los gehet, Wenn fie aber felbige erreicht haben: fo fchwimmen fie neben ihren Ver: folgern bin, fo lange fie folhe auf dem Ufer erblicken, und werden nicht müde fie zu betrachten,

Die Seehunde und Meerottern häbch eine große Sucht vor den See— baren, welche fie wicht unter fich dulden, Allein diefe fürchten ſich wieder vor den Geelöwen, welche haufenweiſe unter ihnen angetroffen werden, und fie fangen nicht leicht in ihrer Gegenwart Streit an, worin fi diefe, zum Nachtheil der Geebäre, zu mifhen pflegen,

Der Laut des Seebären ift von vielerley Art, Wenn er ruhig auf dem Lande liegt: fo iſt feine Stimme von dem Blöfen einer Kuh nicht zu unterfcheiden, der man dad Kalb genommen hat, Beym GStreite brummt er wie ein Bär, Nach erhaltenem Siege girret er wie Die Heis men, Hat er aber ven kürzern gezogen, ſo ziſcht er wie eine Katze oder Meerotter.

Der Fang dieſes Thieres geſchieht gewöhnlich mit der Harpune, womit ed Yon den Kamtſchadalen aus dem Boote geworfen wird. An die Harpune ift ein Geil befeftige, deffen anderes Ende fie in dem Boote behalten. Das verwundete ZThier fliehet fo ſchnell, ald ein Nfeil, und reiſſet das Boot eben fo geſchwind mit fort, welches bei Diefer Ge:

296 Zwölftes Geſchlecht. Der Nobbe,

legenhelt nicht felten umgeworfen wird, Nachdem fih das Thier verblutet bat, ziehen fie e8 nach fi) und tödten es vollends, Mit Schlägen find die Seebäre ſchwer zu erlegen Wenn gleih der Hirnſchädel in Eleine Stüde zerfhlagen und das Gehirn zum Theil ausgelaufen ift, fo ſtehen fie dennoh und mehren fih, Steller zerfhlug einsmald einem den Hirnſchädel und flach ihm die Augen aus; er blieb aber dennoch noch über vierzehn Tage auf einer Stelle Icbenbia und wie eine Bildſäule uns beweglich ſtehen.

Die Fetthaut dieſer Thiere ift am Leibe‘ bis vier Zoll dick und überaus weiß. Das Fett ift nicht fo flüffig, wie der Seehunde ihres; ſondern muß ausgebraten werden. Von alten Thieren gerinnt es mit dem Erkalten, und wird dem Schweineſpecke ähnlich; das von jungen aber behält feine Flüſſigkeit. Das Fett und Fleiſch der alten Thiere ſchmeckt nad weißer Nieſewurzel d) und erwedt Edel und Erbreden; der Weibchen ihres hingegen ſehr angenehm, faſt wie Lammfleiſch. Nur wird Das Fett bald ranzig, Die Jungen haben, ——— faſt den Ge⸗ ſchmack der Spanferkel.

Die Felle werden zum Beſchlagen der Koffer, wie die Seehundsfelle, gebraucht. Die Kamtſchadalen beſohlen damit ihre großen hölzernen Schnee⸗ ſchuhe, fo, daß die Haare hinterwärts ſtehen. Die fibirifhen Bauern faf fen ihre Pelzröce damit ein, Die Felle der aus der Mutter gefchnittenen ungen werden unter die Kleider gefüttert und theuer bezahlt,

Alle dieſe Nahrihten und die Kenntniß des ganzen Thieres haben wir den Beobachtungen ded unermüdeten Gtellers zu danken, welche ber felbe auf der Beringsinfel gemacht hat. Er hält ſich zwar felbft nicht für denjenigen, der den Seebär entdeckt hatte, fondern fehreibt folhed dem Dam pier-zu, von welchem felbäger bei der Inſel Juan Fernandez im ſüdlichen Theile. des ſtillen Meeres zuerſt fol geſehen worden ſeyn. Allein ich finde im Dampier Feine Befhreibung, die den Geebär anzeigen Fünnte; und bei andern Reiſenden, welche dieſe Inſel beſuht haben, zeigt ſich eben ſo we⸗ nig eine Spur, daß ihnen daſelbſt einer vırgefommen wäre. Folglich kann ich nicht umhin, ihm hierinn zu widerſprechen und feinen Verdienan Ge⸗ rechtigkeit widerfahren zu laſſen. 8

2. Der

d) Veratrum.

2. Der glatte Seeloͤwe. Phoca leonina. 297

2

Der glatte Seeloͤwe.

Tab. LXXXIII A. | Plioca leonina; Plioca capite antice cristato. LINN. syst. 2. 55. Lion marin, Damp, voy.I. p. 118, ansom. voy. p. 100, 2. 100, Seelöwe. 4. 9. d. R. XIL Th. ©, 139, tab. 11, aus dem Anſon. Leonine seal. pznn. syn. n. 272. p. 348, Loup marin. PERNETTY voy. 2. p. 40, tab. 11, ‚fg. 1. Sea lion. Bey ben englifhen Geeleuten,

Das Männchen biefer Gattung hat einen Kamm auf der Nafe, wel: her felbige von allen übrigen unterfheidet, Diefer Kamm ift nichts anders als die aufgeblafene Haut der Naſe, welche fich bisweilen erhebt, fünf bis ſechs Zoll über die geſpaltene Oberlippe herunter hängt, und eine Art von Ruͤſſel vorftellet, Zu anderer Zeit fest fie ſich wieder u) Das Weibchen ift mit. diefem Kamme nicht verfehen, 2),

Die Haut, der "Möännhen fowohl als Weibchen iſt mit. Euren Haaren von hellbrauner Farbe bewachfen c). Diejenige, welche die Füffe bedecket und die Zehen mit einander verbindet, fichet ſchwärzlich. Dieſe haben deutliche Klauen q). |

Die Länge eines der Fleinften. Thiere von diefer Gattung beträgt, nach dem Dom Pernetty, zwifhen fünfzehen und ſechszehen franzöſiſche Fuß : Der BVerfaffer von des Lord Anſons Neife fett ſolche zwiſchen zwölf und: zwanzig Schuhe englifches Maaſſes. Eben verfelbe gibt die Weibchen viel Eleiner an, ald die Männchen; worin ihm. Dom Pernetty widerſpricht und die kleinern Thiere für eine beſondere Gattung hält MH. |

a) Pernetty ©, 45. das (vermuthlich lange) Biberhaar ; 5) Anfon. Doch gäbe es auch brännliche, und ganz c) Dom Pernetty beſchreibt ©. 88. weiſſe Darunter,

das Haar dieſer Thiere bräunlich wie d) Ebendaf. ©. 44. 2

das Haar einer Hirfchkuh, und kurz, wie

Kühhaar. ©; 46. fagt er,. die -meiften e) Ebendaf. ©. 38.

hätten Haare von eben der Farbe, wie & ©. 38. tab, VIIT, Re, AR 4

298 Zwölftes Geſchlecht. Der Robbe.

Dieſe Seelöwen gehören der ſüdlichen Hälfte unferer Erdkugel zu, wo fie fih in der Nahbarfchaft von Amerika häufig zeigen. Sie find zuerft bey der Inſel Juan Fernandez von Dampier gefehen worden, welcher ohne Zweifel diefe, und nicht Die folgende Art meinet, da er fie vom Haar tie die Geefälber, d. i. Furzhaarig befchreibt. Auch hat fie Won: des Rogers g) dafelbft und bey der Snfel der Seewölfe 4) angetroffen. Wiederum bey Juan Fernandez bemerften fie die Gefährten des Lord An: fon. Commodore Byron ©) und Dom Pernetty fahen fie diſ—⸗ ſeits Amerifa um die Falflandsinfeln 2), Capitain Cook in der Straffe le Maire und auf der öftlichen Küfte von Neufeeland 2.

Nah den Berihten des Rogers und des Verfaffers der Reiſebe⸗ fhreibung des Lord Anfond, Fommen fie im Winter, und zwar gegen das Ende des Junius, auf die Inſel Juan Fernandez, und die Weibchen werfen dafelbft am Lande, etwa einen Flintenfhuß weit vom Meere, Se: des bringt auf einmal zwey Junge zur Welt, die einem erwachfenen See⸗ hunde an Größe beyfommen, Dort bleiben fie bi8 in den September im; mer auf einem Slede, und man fiehet fie Feine Nahrung zu fi nehmen. Doh glaubt man, fie näbren fi, wenn fie am Lande find, von Ge wächfen. Sie fchlafen zwar feft, werden aber bald munter, wenn man fich. ihnen nähert. Deswegen bildeten fih des Lord Anfond Gefährten ein, fie ftellten einige Männchen ald Wachen aus, Die Männden käm⸗ pfen öfterd mit einander, infonderheit wegen: der Weibchen, und bringen einander viele Wunden bey, wovon man an den meiften die Narben fiehet. Die Weibchen haben eine große Liebe zu ihren Jungen. Eines verwundete einen Matrofen von des Lord Anfons Gefhwader er als er geſchlachteten Jungen die Ser abzog 2), |

g) Voy. autour du ande tom. k) ©. 38.

207. 223. . D Hawksworths Geſch. der Entd. A) Lobos del mare. in der Südfee Th. I. ©. 60. und 382.

‚a Hawksworths Seereife 1. Theil. m) Rogers aa. O. Anfon A. H. ©, 49, d. R. XII. Th. S. 139. 140.

2. Der glatte Seeloͤwe. Phoca leonina. 299

Auf den Falklandsinſeln haben fie ihren Aufenthalt in dem dortigen ſtarken, aus einer Art Schwertel beftehenden Röhrig, wo fie meiftens die Naht und. einen Theil des Tages auf den trocdnen Schmwertelblättern fhlafend zubringen. Gemeiniglih liegen ihrer zwey bis drey beyſammen. Wenn fie im Meere find, fo fleden fie bisweilen den Kopf und einen Theil des Halfes aus dem Waſſer heraus, und bleiben in diefer Stellung eine Zeit lang, als wenn fie fehen wollten, was vorginge. Kopf und Hals Fönnen fie mit ungemeiner Geſchwindigkeit von einer Seite zur andern drehen. Ihr Gang ift zwar fihleppend, aber doch im Verhältniß ihrer Schwere hurtig genug. Wenn fie fih auf dem Lande befinden und je: mand auf fih zu kommen fehen: fo richten fie fid) auf die Vorderfüſſe, nehmen die in der Figur ausgedrüdte Stellung an und öffnen den Rachen, welcher ſo groß iſt, daß eine Kugel von einem Fuß im Durchſchnitt be⸗ quem hineingehet. Zugleich blaſen ſie den Kamm auf und brüllen. Uebri— gens ſind ſie träge, und rühren ſich nicht von ihren Lagern, wenn gleich neben ihnen welche todt geſchoſſen werden. Sie freſſen Gras, Fiſche und andere Thiere, wenn ſie ſie haben können; einer verſchlang einmal einen über dritthalb Fuß langen Penguin.

Ihre Stimme iſt mannigfaltig. Sie brüllen wie die Löwen, brum⸗ men wie die Ochſen, grunzen wie die Schweine , oder geben einen tiefen Ton, wie die hölzernen Baßpfeifen einer Orgel, von fih, Die Jungen blöcken wie die Kälber oder Lämmer. Mit einem Worte, man ſcheint eine Menge ganz verſchiedener Thiere zu hören, wenn man unter eine Heerde dieſer Seelöwen kömmt ).

Sie ſind ſehr fett: ſo fett, daß die Haut hin und her ſchwanket, wenn fie ſich bewegen. Des Lord Anſons Leute haben opngefähr fünf hundert parifer Pinten Thran aus einem großen erhalten, und die Franzofen auf ben Falklandsinſeln nod mehr; ja Dom Pernetty glaubt, daß fie zu der Zeit, wenn fie recht fett find, Bis neunhundert geben Eönnen, Der Thran wird am Feuer oder an der Sonne ausgelaffen, und ift friſch eßbar 0), Das Fleiſch iſt grob. Die Haute können zu Ueberzügen der

Dg42

a) Pernetty © 41. u. f. 0) ©. 46. 50.

300 Zwoͤlftes Geflecht. Der Robbe,

Neifefäde und Koffer, und gegerbt zu Schuhmacherarbeit gebraucht werden. Man kann ſie durch Schläge auf den Kopf tödten 2),

3. Der zottige Seeloͤwe. Tab. LXXXIII. B. Leo marinus, Seelwe. sTELLER zov. act. Petrop. tom. 3, p- 360, Hamb, Magaz. XI. B. ©, 37. Lion marin. PERNETTY voy. tom. 2, p. 47, tab. 10, Siwutscha, Sjutscha, Kuriliſch.

Diefed Thier unterfcheidet ſich von den beyben vorigen durch die langen krauſen Haare, welche dad Maännchen im Nacken und an ven Halfe hat @), und dadurch eine größere Aehnlichleit mit dem Männchen des Löwen erhält, ald man an der vorigen Gattung gewahr wird, Den Weib: hen fehlen diefe Haare 5),

Der Kopf iſt verhaltnißmaßig größer, als des Seebaͤren ſeiner; die Naſe mehr geſtreckt und etwas aufwärts gebogen; die Zähne viermal ſo lang und breit, als am Seebar, ſonſt aber dieſem aͤhnlich. Unter ven Augenliedern befindet fih eine Blinzhaut, Die Ohren ſind 2 und auf gerichtet ©),

Die Farbe der Haare gleicht ——— welche man an. den Kühen roth nennet, Alte Thiere fehen bläffer &, junge dunkler; die. Weibchen lebhafter, faft -oderfarbig ; Die Zungen caftanienbraun, mande faft ſchwaͤrzlich I. Dieß Thier iſt noch einmal ſo ſchwer, als das —— und wiegt

36 bis 40 ruſſiſche Die Länge ſetzt Dom